Die 4 Arten von Selbstliebe und wie du sie im Alltag praktizieren kannst

Was bedeutet Selbstliebe für dich? Liebst du im Innen anders als im Außen? Knüpfst du deine Selbstliebe an Bedingungen?

In dieser Folge spreche ich:

  • Von den zwei Arten von Liebe
  • Über die vier Arten der Selbstliebe
  • Und wie du sie im Alltag praktizieren kannst

Selbstliebe ist für viele Menschen kein besonders greifbarer Begriff. Für fast jeden Menschen bedeutet Selbstliebe etwas ganz anderes. Heute will ich aber einen Versuch wagen, dir Selbstliebe so zu beschreiben, dass du später weißt, was es eigentlich bedeutet, sich selbst zu lieben und wie du Selbstliebe immer und überall praktizieren kannst.

Warum machen wir eigentlich so eine große Sache aus Liebe und Selbstliebe?

Weil Liebe und damit auch Selbstliebe, die ja das gleiche bedeutet aber unterschiedlich ausgerichtet ist, eine ganz tolle Eigenschaft und Qualität von uns Menschen ist. Echte Liebe macht alles viel größer, macht uns zu besseren Menschen. Wenn Liebe in der Welt vorherrschen würde gäbe es wohl keine Kriege, keinen Egoismus, kein Leid.

Wenn man Liebe und Selbstliebe richtig versteht und richtig lebt, macht man sich und vielen anderen Menschen ein großes Geschenk und gibt seinem Leben viel mehr Bedeutung, weil man sich einfach sinnvoller verhält.

Was bedeutet aber das richtige Verständnis von (Selbst)Liebe?

Das vorherrschende Verständnis von Liebe ist ein bedingtes, ein erwartendes. Wer auf seine Beziehungen schon mal einen etwas genaueren Blick geworfen hat, hat das wahrscheinlich auch schon festgestellt. In den meisten Fällen, wenn es in einer Beziehung zum Streit kommt, liegt das daran, dass unser Gegenüber unsere Erwartungen nicht erfüllt. Oder weil wir denken, wir geben mehr in die Beziehung hinein als wir herausbekommen. Das führt dann zu schlechten Gefühlen wie Eifersucht, Zorn, Anhaftung oder Selbstsucht. Dann gibt es außerdem gegenseitige Vorwürfe und beide leben fast nur noch in der Zukunft oder der Vergangenheit. Liebt man so, vertraut man sich gegenseitig nicht und will ständig Absicherungen haben, weil man das Glück, das man hat, gar nicht sehen kann und sich dem gar nicht hingeben kann. Im Buddhismus wird diese Form der Liebe bedingte Liebe genannt.

Wenn sich aber an Zeiten erinnert, in denen man frisch verliebt war, erkennt man, dass es auch noch eine andere Art der Liebe gibt. Da findet man alles toll, was der andere macht und das Zusammensein alleine löst Glück aus. Bei dieser Form der Liebe können wir uns dem Moment ganz hingeben und es ist uns wichtig, die andere Person froh zu machen. Das Glück des anderen steht dann an erster Stelle. Und das ist die Form von Liebe, die uns selbst froh macht. Wenn wir diesen Zustand aufrecht erhalten können, wird im Buddhismus von unbedingter Liebe gesprochen.

Dieses Beispiel zeigt bereits, dass es nicht nur eine Art bzw. ein Verständnis von Liebe gibt. Und genauso ist es auch mit der Selbstliebe.

Selbstliebe hat viele Facetten

Vor allem aber ist Selbstliebe ein Gefühl, ein Zustand, eine Haltung und Lebensweise. Schließlich haben wir nicht immer Zeit, uns bewusst etwas Gutes zu tun oder Zeit mit uns alleine zu verbringen. Und das bedeutet nicht, dass wir uns dann nicht lieben können.

Um dir diesen Gedanken etwas näher zu bringen, möchte ich dir heute gerne von den vier Arten der Selbstliebe erzählen und wie du sie in deinen Alltag und in dein Leben integrieren kannst. Die vier Arten der Selbstliebe kommen ursprünglich von den vier Arten der Liebe, die es im Buddhismus gibt und die ich auf die Selbstliebe übertragen habe.

Die 4 Arten der Selbstliebe

1. Selbstliebe

Selbstliebe bedeutet, übertragen von der Liebe, dass wir uns Glück wünschen. Es geht hierbei um die bedingungslose Form der Selbstliebe und sich deshalb selbst anzunehmen und zu akzeptieren und die Liebe zu sich selbst nicht von etwas abhängig zu machen. Dies erfordert sowohl Mut, als auch Selbstakzeptanz.

Bei dieser Form der Selbstliebe solltest du deine Liebe zu dir nicht an Bedingungen knüpfen. Außerdem solltest du Ärger über dich selbst und natürlich Selbsthass ganz vermeiden. Wenn du dich im Alltag über dich selbst ärgerst oder Phasen der Abneigung dir selbst gegenüber erlebst, bist du also ganz weit entfernt von der Selbstliebe.

2. Selbstmitgefühl

Im Buddhismus beschreibt Mitgefühl die zweite Art der Liebe Mitgefühl. Das bedeutet, dass man den Wunsch hat, dass andere kein Leid erfahren. Dieses Gefühl kennst du von dir selbst, wenn du jemanden Leiden siehst und helfen möchtest.

Der falsche Freund des Mitgefühls ist Mitleid oder Sentimentalität. Das sind beides Gefühle, die uns selbst unfähig machen zu helfen, weil wir uns so sehr den negativen Gefühlen hingeben oder uns in das Leid der anderen hineinsteigern. Diese Gefühle halten uns also davon ab, anderen wirklich helfen zu können. Es geht also darum, mit anderen zu fühlen und ihnen zu helfen aus dem Leid heraus zu kommen.

Auf deine Selbstliebe übertragen solltest du lernen ein echtes Gefühl für dich zu bekommen und dich so verhalten, dass du nicht leiden musst. Du solltest also nichts tun, dass dich leiden lässt, du solltest Grenzen setzen und wahren und auch deinem Körper nichts zumuten, was ihn leiden lässt. Selbstmitgefühl bedeutet also sich zu pflegen und nicht über psychische oder körperliche Grenzen hinauszugehen. Dazu solltest du auch die Konsequenzen deines Handelns im Blick haben. Außerdem ist es auch für deine Selbstliebe wichtig, dass du dich nicht falschen Freunden wie Selbstmitleid und Sentimentalität hingibst. Beide machen dich unfähig, dir selbst zu helfen und du weißt am Ende gar nicht mehr, was du wirklich brauchst.

Also gönne dir Pausen, wenn du nicht mehr kannst, achte auf deine Gesundheit und setzte Grenzen. Sage nein, wenn es dir zu viel wird, aber jammere nicht und versuche bitte erst recht nicht, andere in deine schlechten Gefühle mit hereinzuziehen, denn dann bist du sowohl dir gegenüber nicht hilfsbereit, also auch weit weg vom Mitgefühl anderen gegenüber.

3. Freude

Die dritte Form von Selbstliebe ist die Freude. In den vier Arten der Liebe ist hier von Mitfreude die Rede. Das bedeutet sich über das Glück und die Freude der anderen zu freuen. Wir alle haben demnach das Potenzial selbst Freude an der Freude anderer zu empfinden und auch das ist Liebe. Das Gegenteil von Mitfreude sind Eifersucht und Neid.

Auf uns unsere Selbstliebe bezogen bedeutet das, sich über das, was man hat, wirklich zu freuen und es sich auch zu erlauben, sich zu freuen. Also Weg mit falschen Gefühlen und Ideen à la „das hab ich nicht verdient“, „warum bin ich froh und die Anderen nicht“. Wenn du einen Grund zur Freude hast, dann nutze ihn und teile ihn! Dann lebst du Selbstliebe und gibst anderen die Gelegenheit zur Mitfreude.

4. Gleichmut

Die vierte Art Selbstliebe zu leben beschreibt der Gleichmut. Mehr zum Thema Gleichmut findest du hier. Mit Gleichmut unterscheiden wir nicht zwischen gut und schlecht, Freund und Feind, sondern betrachten jedes Lebewesen als gleich. Das hat also mit Gleichgültigkeit nichts zu tun, sondern eher mit Gleichwertigkeit. Es geht dabei um eine Einstellung, die gelassen ist, frei von negativen Bewertungen, Erwartungen und immer das Potenzial im Blick hat.

Das Gegenteil von Gleichmut wäre die Unterscheidung von Situationen und Lebewesen in gut und schlecht und sich demnach zu verhalten. Damit wären wir natürlich sehr weit weg von der Liebe.

Genauso ist Gleichmut eine Art der Selbstliebe. Leider sind wir es gewohnt und ständig zu bewerten zufrieden oder unzufrieden mit uns zu sein. Wenn wir denken, wir haben es verdient, sind wir nett zu uns, ansonsten strafen wir uns ab. Also solltest du üben, dich nicht zu bewerten. Denn das schafft die Grundlage für Gleichmut, Selbstakzeptanz und echte Liebe.

Diese vier Arten der Selbstliebe kannst du immer und überall praktizieren. Versuche am besten auch sie zu kombinieren und auch im Außen anzuwenden. Denn alle vier Arten bedingen sich, genauso wie die Liebe im Innen und Außen sich bedingen.

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